Warenentnahmestatistik

Die Materialentnahmestatistik zeigt, welche Materialien im betrachteten Zeitraum aus dem Lager entnommen wurden. Sie dient vor allem dazu, Materialverbräuche nachvollziehbar zu machen und Auffälligkeiten in der Lager- oder Fertigungsbuchung zu erkennen.

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Wofür die Auswertung genutzt wird

  • Analyse von Materialverbräuchen in der Fertigung

  • Kontrolle ungewöhnlicher oder unerwarteter Entnahmen

  • Unterstützung bei Nachkalkulation und Controlling

  • Abgleich zwischen geplantem und tatsächlich gebuchtem Verbrauch

Wie negative Abgangsmengen zu verstehen sind

In dieser Auswertung werden Entnahmen häufig als negative Mengen dargestellt. Das ist kein Fehler, sondern folgt der Logik der Lagerbewegung: Material verlässt den Bestand und wird deshalb als Abgang ausgewiesen.

Negative Werte bedeuten also in der Regel, dass Bestand verbraucht oder ausgebucht wurde. Für die Interpretation ist deshalb wichtig, die Richtung der Bewegung korrekt zu lesen und nicht allein das Vorzeichen isoliert zu betrachten.

Wenn große negative Mengen unerwartet auftreten, sollte geprüft werden, ob Sammelbuchungen, Korrekturbuchungen oder nachträgliche Entnahmen im ausgewählten Zeitraum enthalten sind.

Einordnung aus Sicht des Controllings

Für das Controlling ist die Materialentnahmestatistik vor allem eine Verbrauchsauswertung. Sie beantwortet nicht nur die Frage, welches Material bewegt wurde, sondern auch, in welchem Umfang reale Lagerabgänge stattgefunden haben.

Damit eignet sich die Auswertung besonders für folgende Fragestellungen:

  • Welche Materialien wurden in einem Zeitraum besonders stark verbraucht?

  • Wo weichen gebuchte Entnahmen von den Erwartungen ab?

  • Welche Artikel verursachen hohe Verbrauchswerte?

  • Gibt es Hinweise auf Buchungsfehler oder ungewöhnliche Lagerbewegungen?

Einstandspreise in der Auswertung

Wenn die Auswertung Werte auf Basis von Einstandspreisen ausgibt, dienen diese der monetären Bewertung der entnommenen Materialien. Dadurch lässt sich nicht nur die Menge, sondern auch die wirtschaftliche Auswirkung des Verbrauchs beurteilen.

Die Aussagekraft dieser Werte hängt davon ab, wie sauber die Preisbasis im System gepflegt ist. Unplausible oder fehlende Einstandspreise wirken sich unmittelbar auf die Bewertung der Entnahmen aus.

Wenn Mengen korrekt erscheinen, Werte aber unplausibel sind, sollte die Preisermittlung des betroffenen Artikels geprüft werden. Die Auswertung ist dann meist nicht falsch, sondern übernimmt nur die vorhandene Bewertungsbasis.

Typische Einsatzfälle

  • Monatliche Kontrolle von Materialverbräuchen

  • Unterstützung bei Nachkalkulationen in der Fertigung

  • Prüfung von Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Verbrauch

  • Identifikation von Artikeln mit auffälligen Lagerabgängen

  • Vorbereitung von Bestands- oder Prozessanalysen

Kurzfassung

Die Materialentnahmestatistik ist eine praxisnahe Auswertung zur Analyse realer Lagerabgänge. Negative Mengen stehen dabei in der Regel für normale Entnahmen aus dem Bestand. In Kombination mit Einstandspreisen wird aus der Mengenübersicht eine wertorientierte Verbrauchsauswertung, die besonders für Fertigung, Lager und Controlling relevant ist.