Hitliste, Renner und Penner, ABC-Analyse

Diese Auswertung hilft dabei, Verkaufsartikel nach Absatz, Umsatz und Bedeutung zu bewerten. Sie eignet sich besonders, um Renner, Penner und Schwerpunktsortimente schnell zu erkennen und darauf aufbauend Entscheidungen für Einkauf, Lagerhaltung und Sortimentssteuerung zu treffen.

Aufruf im System: Artikel → Journal → Hitliste

Wofür die Auswertung genutzt wird

  • Erkennen, welche Artikel besonders häufig oder besonders selten verkauft werden

  • Bewerten, welche Artikel den größten Beitrag zu Umsatz oder Menge leisten

  • Grundlage für eine ABC-Analyse des Sortiments

  • Unterstützung bei Lager- und Beschaffungsentscheidungen

  • Identifikation von Artikeln mit auffälligem Verhältnis zwischen Lagerbestand und Nachfrage

Was die Hitliste zeigt

Die Hitliste stellt Verkaufsbewegungen in verdichteter Form dar. Je nach Auswahl und Filterung können Artikel nach Menge, Umsatz oder weiterer Kennzahlen sortiert und miteinander verglichen werden. Dadurch entsteht ein schnelles Bild darüber, welche Artikel im gewählten Zeitraum stark oder schwach laufen.

Im praktischen Einsatz wird die Auswertung häufig verwendet, um zwischen Rennern und Pennern zu unterscheiden:

  • Renner: Artikel mit hoher Nachfrage, hohem Absatz oder starkem Umsatzbeitrag

  • Penner: Artikel mit geringer Bewegung oder geringem wirtschaftlichem Beitrag

Die Aussagekraft der Hitliste hängt stark vom gewählten Zeitraum ab. Ein kurzer Zeitraum zeigt eher kurzfristige Verkaufstrends, ein längerer Zeitraum eher die grundsätzliche Relevanz eines Artikels.

ABC-Analyse kurz erklärt

Die ABC-Analyse teilt Artikel nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung in Klassen ein. Die Einteilung erfolgt üblicherweise nicht nach der Anzahl der Artikel, sondern nach ihrem Beitrag zum Gesamtergebnis, zum Beispiel zum Umsatz oder zur verkauften Menge.

Klasse

Bedeutung

A-Artikel

Wenige Artikel mit besonders hohem Anteil am Gesamtumsatz oder Gesamtabsatz

B-Artikel

Artikel mit mittlerer Bedeutung und regelmäßigem Beitrag

C-Artikel

Viele Artikel mit geringem Einzelbeitrag zum Gesamtergebnis

Diese Sichtweise hilft dabei, Aufmerksamkeit und Steuerungsaufwand gezielt zu verteilen. A-Artikel sollten in der Regel besonders eng beobachtet werden, während C-Artikel eher auf Wirtschaftlichkeit und Sortimentsbereinigung geprüft werden.

Welche Artikel sind wirtschaftlich besonders wichtig?

XYZ-Betrachtung ergänzend verstehen

Ergänzend zur ABC-Analyse wird häufig eine XYZ-Betrachtung genutzt. Sie bewertet nicht die wirtschaftliche Bedeutung, sondern die Gleichmäßigkeit des Verbrauchs oder Verkaufs.

Klasse

Bedeutung

X-Artikel

Gleichmäßiger, gut planbarer Bedarf

Y-Artikel

Schwankender Bedarf mit gewissen Trends oder Saisonalität

Z-Artikel

Unregelmäßiger, schwer planbarer Bedarf

In Kombination mit der ABC-Logik entsteht ein sehr nützliches Steuerungsinstrument. Ein Artikel kann zum Beispiel wirtschaftlich sehr wichtig sein und gleichzeitig stark schwanken. Solche Kombinationen sind für Disposition und Sicherheitsbestände besonders relevant.

Die Hitliste liefert die Grundlage für diese Betrachtungen. Die konkrete Klassifizierung hängt davon ab, welche Kennzahl ausgewertet und wie der Zeitraum gewählt wird.

Besonderheit bei Mengenauswertungen und der „Tonnen-Frage“

In Mengenauswertungen kann es zu Rückfragen kommen, wenn Artikel nicht in Stück, sondern in anderen Einheiten wie Kilogramm, Metern oder Tonnen geführt werden. Der Hintergrund ist, dass die Auswertung die Bewegungen in der jeweils zugrunde liegenden Bestell- oder Lagereinheit interpretiert.

Wenn in der Praxis von einer „Tonnen-Frage“ gesprochen wird, geht es meist darum, warum die ausgegebene Menge nicht unmittelbar den erwarteten Wert in einer anderen Einheit zeigt. Ursache ist in der Regel die zugrunde liegende Mengeneinheit oder deren Umrechnung.

  • Prüfen, in welcher Einheit der Artikel geführt wird

  • Prüfen, ob eine Umrechnung zwischen Bestellmengeneinheit, Lagereinheit und Verkaufseinheit hinterlegt ist

  • Bewerten, ob die Hitliste nach Menge oder nach Umsatz aussagekräftiger ist

Mengenwerte sind nur dann direkt vergleichbar, wenn die zugrunde liegenden Einheiten konsistent interpretiert werden. Besonders bei Gewichts- oder Längenartikeln sollte die Mengensicht immer mit Bedacht gelesen werden.

Typische Einsatzfälle

  • Sortimentsbewertung: Welche Artikel gehören dauerhaft ins Standardsortiment?

  • Lageroptimierung: Welche stark drehenden Artikel sollten besonders gut verfügbar sein?

  • Bereinigung: Welche schwach laufenden Artikel sollten überprüft oder reduziert werden?

  • Vertriebssteuerung: Welche Artikel tragen besonders stark zum Umsatz bei?

  • Disposition: Welche Artikel benötigen eine engere Beobachtung von Reichweite und Beschaffung?

Häufige Rückfrage zu Einstandspreisen mit 0,00

Warum erscheint bei einzelnen Artikeln ein Einstandspreis von 0,00?

Ein Einstandspreis von 0,00 weist in der Regel darauf hin, dass dem Artikel oder der zugrunde liegenden Bewegung kein verwertbarer Preis zugeordnet werden konnte. Mögliche Ursachen sind fehlende oder unvollständige Wareneingänge, nicht gepflegte Preisgrundlagen oder Buchungskonstellationen, bei denen der Preis nicht korrekt fortgeschrieben wurde.

Für die Bewertung sollte geprüft werden, ob die Einkaufs- oder Lagerbewegungen vollständig und korrekt gebucht wurden und ob Preisinformationen im Artikelstamm oder in den Belegen sauber vorliegen.

Was sollte geprüft werden, wenn Werte wirtschaftlich nicht plausibel wirken?

Prüfen Sie zunächst den gewählten Zeitraum, die verwendete Kennzahl, die Mengeneinheiten des Artikels sowie die Preisgrundlagen. Viele scheinbare Abweichungen entstehen nicht durch fehlerhafte Daten, sondern durch unterschiedliche fachliche Perspektiven auf Menge, Umsatz, Einheit oder Bewertungslogik.

Kurzfassung

Die Hitliste ist eine zentrale Auswertung zur Bewertung von Verkaufsartikeln. Sie zeigt schnell, welche Artikel stark oder schwach laufen, und bildet eine gute Grundlage für ABC- und ergänzende XYZ-Betrachtungen. Besonders wichtig für die richtige Interpretation sind der gewählte Zeitraum, die zugrunde liegende Kennzahl und bei Mengenauswertungen die verwendete Einheit.