Artikelfreigabe und Zertifizierung
Ab Build 14870 steht zusätzlich zur Stücklistenfreigabe die Artikelfreigabe zur Verfügung. Damit legen verantwortliche Personen fest, welche Eigenschaften eines Artikels nach der Freigabe geschützt sind und nicht mehr geändert werden dürfen.
Die Artikelfreigabe kann nur zusammen mit der Stücklistenfreigabe verwendet werden.
Voraussetzungen und Berechtigungen
Für das Freigeben eines Artikels und das Zurücknehmen einer Artikelfreigabe ist das Benutzerrecht WW_FREIGABE erforderlich.
Neu angelegte Artikel sind zunächst nicht freigegeben. Wenn eine Freigabe zurückgenommen wird, muss eine Begründung angegeben werden. Freigaben, Rücknahmen und Begründungen werden im Artikeländerungsprotokoll unter Artikel → Info → Änderungen protokolliert.
Wenn eine Person nicht berechtigt ist, Stücklistenfreigaben zurückzunehmen, kann sie auch die Artikelfreigabe nicht aufheben, sobald der Artikel in einer freigegebenen Stückliste enthalten ist.
Freigabe eines Artikels
Um einen Artikel freizugeben, öffnen Sie im Artikel den Reiter Detail und klicken auf das grüne Häkchen.
Nach der Freigabe zeigt der Artikel an, wann und durch wen die Freigabe erfolgt ist. In den Stücklistenformularen Ausgabestückliste, Stückliste mit Preis und Stückliste stehen zusätzlich der Freigabezeitpunkt und die freigebende Person je Stücklistenzeile zur Verfügung (ArtikelFreigabeZeitpunkt, ArtikelFreigabePerson).
Handartikel sind nie freigegeben.
Erkennbarkeit freigegebener Artikel
Freigegebene Artikel werden in der Artikelauswahlliste und in Stücklistenpositionen mit einem grünen Haken angezeigt. Der Freigabestatus ist sortierbar. So finden Sie in Stücklisten schnell die Artikel, die noch freigegeben werden müssen.
Geschützte Bereiche bei freigegebenen Artikeln
Bei freigegebenen Artikeln sind die folgenden Reiter nur noch lesbar. Änderungen sind dort nicht mehr möglich:
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Detail
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Technik
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Ersatztypen
Auswirkungen auf Stücklisten
Beim Freigeben einer Stückliste prüft das System, ob alle enthaltenen Artikel freigegeben sind. Dafür ist das Benutzerrecht STK_FREIGABE_CUD relevant.
Eine Stücklistenposition gilt als freigegeben, wenn der Artikel und gegebenenfalls die Unterstückliste freigegeben sind. Sind auf der Position Ersatztypen hinterlegt, müssen alle erlaubten Ersatztypen freigegeben sein. Sind am Artikel selbst Ersatztypen hinterlegt, müssen auch diese Artikel freigegeben sein.
Da Stücklisten ebenfalls Artikel sind, sollte die Freigabe von unten nach oben erfolgen. Beginnen Sie mit der untersten Baugruppe und arbeiten Sie sich bis zur übergeordneten Stückliste vor.
Warnung bei unvollständiger Freigabe
Wenn noch nicht alle Artikel einer Stückliste freigegeben sind, zeigt das System beim Freigeben der Stückliste eine Warnung an.
In der Regel sollte die Stückliste in diesem Fall noch nicht freigegeben werden. Nutzen Sie stattdessen den Freigabe-Report unter Info → Freigabe oder sortieren Sie nach dem Freigabestatus, um die betroffenen Artikel zu finden und freizugeben.
Rücknahme einer Artikelfreigabe
Wenn eine Artikelfreigabe zurückgenommen wird, prüft das System, ob der Artikel in freigegebenen Stücklisten enthalten ist. In diesem Fall erscheint ein Hinweis. Die betroffenen Stücklisten finden Sie unter Artikel → Info → Verwendungsnachweis.
Mit der Rücknahme der Artikelfreigabe verliert auch die Stückliste, in der der Artikel verwendet wird, ihren Freigabestatus. Diese Funktion löst jedoch nicht rekursiv alle Freigaben übergeordneter Stücklisten auf.
Geprüft wird immer nur eine Ebene der jeweiligen Stückliste, einschließlich Ersatztypen auf der Stücklistenposition und Ersatztypen am Artikel. Wenn übergeordnete Stücklisten ebenfalls nicht mehr freigegeben sein sollen, müssen deren Freigaben separat zurückgenommen werden.
Zertifizierungspflichtige Artikel und zertifizierte Lieferanten
In einigen Branchen, zum Beispiel in der Luftfahrt, dürfen Zukaufsartikel nur von zertifizierten Lieferanten geliefert werden. Für zertifizierungspflichtige Artikel ist ohne gültige Lieferantenfreigabe keine Wareneingangsbuchung möglich.
Die Zertifizierungspflicht wird in der Definition der Artikelgruppen aktiviert: Artikel → Grunddaten → Artikelgruppen.
Die Freigabe eines Lieferanten hinterlegen Sie beim Lieferanten im Reiter Konditionen unter Freigabe.
Bei bereits hinterlegten Freigaben sehen Sie zusätzlich, wer den Lieferanten wann freigegeben hat.
Wenn eine Freigabe eingetragen wird, muss auch ein Datum erfasst werden. Wird die Freigabe gelöscht, muss auch das Freigabedatum gelöscht werden.
Auswirkungen der Zertifizierungspflicht
Die Zertifizierungspflicht wirkt sich auf Anfragen, Bestellungen und Wareneingänge aus:
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Enthält eine Anfrage oder Bestellung zertifizierungspflichtige Artikel und ist der Lieferant nicht zertifiziert, erscheint bei jedem betroffenen Artikel ein Hinweis.
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Ein Wareneingang auf einen nicht zertifizierten Lieferanten wird mit einem entsprechenden Hinweis verweigert. Der Lieferant sollte das Zertifikat rechtzeitig vor oder spätestens mit der ersten Lieferung bereitstellen.
Unter Journal → Lieferantenliste steht zusätzlich eine Auswertung zur Verfügung. Sie zeigt eine Übersicht der Lieferanten mit deren Freigaben sowie die zugeordneten Liefergruppen.
Es werden nur Identpositionen, also Artikel, geprüft. Handeingaben werden nicht geprüft. Für eine zuverlässige Prüfung sollten Handeingaben in Bestellungen deaktiviert werden. Setzen Sie dazu unter Bestellung → Grunddaten → Bestellpositionsart die Handeingabe auf versteckt.
Diese Funktion wird automatisch aktiviert, wenn die Artikelgruppe als Pflichtfeld aktiviert ist (Parameter: ARTIKELGRUPPE_IST_PFLICHTFELD). Dadurch muss bei jedem Wareneingang ein Artikel einer Artikelgruppe zugewiesen sein.