Verschnitt, Restmengen und Fertigungsmengen im Artikel steuern
In den Bestelldaten des Artikels legen Sie fest, wie HELIUM 5 Verschnitt, Restmengen und Fertigungsmengen berechnet. Diese Einstellungen beeinflussen unter anderem die Überleitung von Stücklisten in Fertigungsaufträge, interne Bestellungen und Bestellvorschläge.
Verschnitt im Artikel definieren
Verschnittfaktor verwenden
Im Artikel können Sie unter Bestelldaten die Verschnittbasis und den Verschnittfaktor [%] definieren.
Der Verschnittfaktor legt fest, um welchen Prozentsatz die Menge einer Stücklistenposition erhöht wird, wenn die Stückliste in einen Fertigungsauftrag übergeleitet wird.
Verschnittbasis für Stangenmaterial verwenden
Die Verschnittbasis löst das sogenannte Stangenproblem. Wenn Sie in der Verschnittbasis die Länge des Stangenmaterials eintragen, berücksichtigt HELIUM 5 diese Länge bei der Überleitung der Stückliste in einen Fertigungsauftrag.
Die Menge wird so umgerechnet, dass ausreichend ganze Stangen zur Verfügung stehen.
Die Logik reserviert so viel Material, wie aus ganzen Stangen auf Basis der Verschnittbasis gewonnen werden kann.
Beispiel: Stangenmaterial mit 6 m Länge
Sie benötigen für eine Stücklistenposition ein Material mit 3,1 m Länge. Verfügbar ist nur Stangenmaterial mit 6 m Länge. Die Verschnittbasis des Artikels ist deshalb auf 6 m eingestellt. Für ein Los mit 50 Stück ergibt sich folgende Berechnung:
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Ohne Verschnittbasis: 50 × 3,1 m = 155 m
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Mit Verschnittbasis: 50 × 6 m = 300 m
Ein weiteres Beispiel zeigt die Berechnung mit Materiallängen, die mehrfach aus einer Stange gewonnen werden können:
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Materiallänge: 1,6 m
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Stangenmaterial: 6 m
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Losgröße: 50 Stück
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Rechnerischer Bedarf: 50 × 1,6 m = 80 m
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Aus einer 6-m-Stange entstehen 3 ganze Stücke.
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Benötigte Stangen: 17 × 6 m = 102 m
Bedarf nach Abmessungen berechnen
Alternativ zur Verschnittbasis können Sie die Berechnung über die im Reiter Technik definierten Abmessungen vornehmen.
Aktivieren Sie dafür den Mandantenparameter VERSCHNITT_NACH_ABMESSUNG mit dem Wert 1.
HELIUM 5 berücksichtigt dann bei der Berechnung der tatsächlich benötigten Mengen auch die Dimension der Mengeneinheit des Artikels und die Abmessungen der Stücklistenposition. Wenn mehrere Positionen denselben Artikel verwenden, wird der Verbrauch pro Position berechnet.
Bei zweidimensionalen Artikeln ermittelt HELIUM 5, wie viele Stücke aus einer ganzen Tafel gewonnen werden können. Diese Stückzahl pro Tafel wird anschließend verwendet, um die benötigte Anzahl ganzer Tafeln und damit die tatsächliche Menge zu berechnen.
Dabei prüft HELIUM 5 die horizontale und vertikale Variante, also auch eine Drehung um 90°. Für die Berechnung wird die Variante mit der größeren Stückzahl verwendet.
Wenn die benötigten Tafeln nicht in die Abmessungen des Artikels passen, nimmt HELIUM 5 an, dass der Artikel in der Fertigung zusammengestückelt wird. Dadurch entsteht rechnerisch eine größere Tafel, und die größeren Bedarfe fließen in die Mengenberechnung ein.
Weitere Hinweise finden Sie im Kapitel Bestellung.
Restmengen verwalten
Die Restmengenverwaltung ist vor allem für Metallverarbeiter wichtig. Bei der Verarbeitung von Stangenmaterial entstehen regelmäßig Reststücke. Diese Reststücke können oft nicht im aktuellen Auftrag verwendet werden, dürfen aber nicht als Ausschuss betrachtet werden.
Bei Flächen, zum Beispiel Blechtafeln, ist die Verwaltung von Restmengen entsprechend komplexer. In HELIUM 5 stehen dafür zwei Lösungsansätze zur Verfügung.
Grafische Resteverwaltung einsetzen
Eine grafische Resteverwaltung speichert auch die Konturen des Restmaterials. Anwender können dadurch auswählen, welchen Rest einer bestimmten Tafel sie für ein Los verwenden.
Solche Lösungen sind zum Beispiel in ProFirst, TrumpfFab oder TrumpfBoost enthalten. Zu diesen Systemen besteht von HELIUM 5 aus eine bidirektionale Schnittstelle.
Vereinfachte Restmengenverwaltung in HELIUM 5 nutzen
Die vereinfachte Variante basiert darauf, dass der in den Bestellvorschlagsberechnungen verwendete Lagerstand immer ein sicherer Lagerstand ist. Im ungünstigsten Fall kaufen Sie eine Stange Stahl zu viel und vermeiden dadurch teure Produktionsstillstände.
Dieser Ansatz ist in HELIUM 5 in Verbindung mit der Mehrlagerverwaltung abgebildet.
Nehmen Sie dafür folgende Einstellungen vor:
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Definieren Sie ein Restelager. Dieses Lager darf in den beiden Bestellvorschlägen nicht berücksichtigt werden.
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Hinterlegen Sie dieses Lager im Parameter RESTMENGEN_LAGER.
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Definieren Sie bei den Artikeln, deren Reste in das Restelager gebucht werden sollen, die Verschnittbasis.
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Aktivieren Sie zusätzlich den Parameter ABLIEFERUNGSPREIS_IST_DURCHSCHNITTSPREIS. Dadurch erhalten Sie über alle Losablieferungen, insbesondere nach der Erledigung des Loses, einen Ablieferpreis, der auch die zurückgegebene Restmenge berücksichtigt.
Diese Einstellungen bewirken Folgendes:
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Bei der Materialentnahme verwendet HELIUM 5 die Verschnittbasis als Grundlage für die Bedarfsberechnung. Dadurch werden zum Beispiel immer ganze Stangen entnommen.
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Bei der letzten Ablieferbuchung, also bei der Erledigung des Loses, berechnet HELIUM 5 die Restmengen und bucht sie als nachträgliche negative Materialentnahme auf das RESTMENGEN_LAGER.
Dadurch wird das Los wertmäßig entlastet. Gleichzeitig bleibt der Lagerstand des Hauptlagers korrekt, also des Lagers, das als Basis für die Bestellvorschläge verwendet wird.
Wenn Sie Material aus dem Restelager für ein Los verwenden möchten, prüfen Sie den Bestand und buchen Sie die benötigte Menge per nachträglicher Materialentnahme vom Restmengenlager direkt in das Los.
Verschnittmenge als Startverbrauch definieren
Mit der Verschnittmenge definieren Sie den zusätzlichen Verbrauch, der beim Start jeder Produktion für dieses Material entsteht.
Die Verschnittmenge ist mit der Rüstmenge in einer Stücklistenposition vergleichbar. Sie wird jedoch direkt am Artikel definiert.
Beispiel aus der Elektronikfertigung
Ein SMD-Automat benötigt zum korrekten Einstellen der Feeder häufig etwa 50 Stück günstiger Bauteile. Diese Menge wird bei jedem gestarteten Los verbraucht und nicht weiterverwendet.
Für diese Bauteile definieren Sie deshalb eine Verschnittmenge von 50 Stück.
Überproduktion und Ausschuss berücksichtigen
In der Produktion muss häufig ein bestimmter Ausschussfaktor berücksichtigt werden, damit die vom Kunden bestellte Menge vollständig gefertigt und geliefert werden kann. Die geplante Produktionsmenge muss deshalb um diesen Faktor erhöht werden.
Die Überproduktion definieren Sie im Modul Artikel im oberen Reiter Bestelldaten. Der dort eingetragene Faktor wirkt bei der Überleitung und bei der Mengenberechnung in der internen Bestellung. Die Losgröße wird dabei um den eingegebenen Faktor erhöht.
Fertigungssatzgrößen festlegen
Fertigungssatzgröße verwenden
Für bestimmte Fertigungsabläufe ist es sinnvoll, immer feste Mengen zu produzieren. Wenn die Bewegungsvorschau zeigt, dass der Lagermindestbestand unterschritten wird, wird in der Regel auf den Lagersollbestand aufgefüllt.
Wenn eine Fertigungssatzgröße definiert ist, schlägt die interne Bestellung der Losverwaltung ein ganzzahliges Vielfaches dieses Wertes vor.
Maximale Fertigungssatzgröße verwenden
Sehr große Lose sind oft nicht sinnvoll oder nicht möglich. Häufig wird daher die mögliche Tages- oder Wochenproduktion als sinnvolle Losgröße verwendet.
Um diese Begrenzung im internen Bestellvorschlag automatisch abzubilden, definieren Sie im Artikel die gewünschte maximale Fertigungssatzgröße.
Bei einer neuen internen Bestellung werden dann nur Stücklisten mit einer Losgröße kleiner oder gleich der maximalen Fertigungssatzgröße angelegt. Größere Mengen werden entsprechend gesplittet. Das gilt auch, wenn Sie manuell einen neuen Eintrag in die interne Bestellung einfügen.
Beim Verdichten werden nur die Einträge zusammengeführt, deren gemeinsame Menge die maximale Fertigungssatzgröße nicht überschreitet.
Beispiel: Bei einer maximalen Fertigungssatzgröße von 50 und zwei Einträgen mit jeweils 35 Stück bleiben beide Einträge getrennt bestehen.
Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Bestellung.