Indirekte Wareneinsatzstatistik

Die indirekte Wareneinsatzstatistik zeigt den kundenbezogenen Materialeinsatz und unterstützt dabei, eingesetzte Materialien im Zusammenhang mit Verkauf, Fertigung und Ursprung der Warenbewegungen nachvollziehbar auszuwerten.

Sie finden die Auswertung im Modul Artikel unter Journal → Indirekte Wareneinsatzstatistik.

Wofür die Auswertung verwendet wird

Die Statistik dient dazu, den Materialeinsatz für einen Kunden transparent darzustellen. Sie zeigt, welche Materialien über Fertigung und Lieferscheine für einen Kunden gebucht wurden, und hilft bei der Beurteilung von Kosten, Herkunft und wirtschaftlicher Einordnung.

Besonders hilfreich ist die Auswertung, wenn Sie nachvollziehen möchten, welche Materialwerte hinter ausgelieferten oder gefertigten Positionen stehen und wie sich Einkaufs-, Gestehungs- und Verkaufswerte zueinander verhalten.

Was in der Auswertung enthalten ist

  • Materialien, die über Fertigung gebucht wurden

  • Materialien, die über Lieferscheine für einen Kunden gebucht wurden

  • Eine Gegenüberstellung von Einkaufspreis, Gestehungspreis und Kunden-Verkaufspreis

  • Bezug auf die Wertebasis von 1 Stück

  • Hinweise auf den Wareneingangsursprung, etwa Bestellung oder Losablieferung

Was nicht enthalten ist

Arbeitszeitartikel sind in dieser Statistik nicht enthalten. Der Grund ist, dass es sich dabei um Zeiten und nicht um Ware handelt. Die Auswertung konzentriert sich daher bewusst auf den materiellen Einsatz.

Wie die Werte zu lesen sind

Die Gegenüberstellung von Einkaufspreis, Gestehungspreis und Kunden-Verkaufspreis auf Basis von 1 Stück ermöglicht einen schnellen Überblick über die wirtschaftliche Situation eines Artikels oder Materials im Kundenkontext.

Wert

Bedeutung

Einkaufspreis

Preis, zu dem das Material beschafft wurde

Gestehungspreis

Kostenbasis des Artikels unter Berücksichtigung der internen Entstehung

Kunden-Verkaufspreis

Preis, zu dem der Artikel an den Kunden verkauft wurde

Diese Gegenüberstellung hilft insbesondere bei der Bewertung von Margen, bei Nachkalkulationen und bei der Analyse, ob der tatsächliche Materialeinsatz im erwarteten Verhältnis zum Verkauf steht.

Nachverfolgbarkeit des Ursprungs

Zur besseren Rückverfolgbarkeit wird in der Auswertung der jeweilige Wareneingangsbeleg angeführt, zum Beispiel eine Bestellung oder eine Losablieferung.

Wenn der Ursprung eines Artikels in Lieferschein, Rechnung oder Gutschrift eine Losablieferung ist, wird das gesamte Material dieses Loses auf seinen Ursprung geprüft. Die Prüfung erfolgt dabei über alle Ebenen:

  • Kommt ein Artikel aus einem Los, wird auch die darunterliegende Ebene betrachtet.

  • Die Auflösung wird fortgesetzt, solange weitere Losursprünge vorhanden sind.

  • Dadurch kann der Materialfluss vom Kundenbeleg bis zum eigentlichen Ursprung nachvollzogen werden.

Diese mehrstufige Auflösung ist besonders wertvoll, wenn Baugruppen aus vorgelagerten Fertigungsstufen stammen und der tatsächliche Materialursprung nicht auf den ersten Blick erkennbar ist.

Typische Einsatzfälle

  • Bewertung des Materialeinsatzes pro Kunde

  • Nachkalkulation von gelieferten oder gefertigten Artikeln

  • Prüfung von Abweichungen zwischen Einkaufs-, Herstell- und Verkaufswerten

  • Nachvollziehen der Materialherkunft bei mehrstufiger Fertigung

  • Unterstützung bei Controlling- und Margenanalysen

Kurz zusammengefasst

Die indirekte Wareneinsatzstatistik ist eine kundenbezogene Materialauswertung. Sie zeigt, welche Ware für einen Kunden eingesetzt wurde, welche Werte dahinterstehen und woher das Material ursprünglich stammt. Durch die Auflösung über Bestellungen und Lose eignet sich die Auswertung besonders für Unternehmen mit nachvollziehbarer Beschaffung, Lagerführung und Fertigung.