💸 Gestehungspreis
Der Gestehungspreis ist der gleitende Lagerdurchschnittspreis eines Artikels. Er wird bei jeder Warenzubuchung neu berechnet.
In HELIUM 5 wird bewusst der Begriff Gestehungspreis verwendet. Im Einkauf entspricht er dem gleitenden Durchschnittspreis. In der Fertigung umfasst er zusätzlich Arbeits- und Maschinenzeiten. Bei der Warenbeschaffung können neben dem Einstandspreis auch Transportkosten und weitere Beschaffungskosten einfließen.
Definition
Der gleitende Durchschnittspreis, kurz GLD-Preis, bewertet Bestände, die zu unterschiedlichen Preisen eingekauft wurden. Er entspricht dem mengengewichteten historischen Einstandspreis der einzelnen Beschaffungsvorgänge.
Berechnung
Bei jeder Zubuchung wird der neue Durchschnittspreis aus dem bisherigen Lagerwert und dem Wert der neu zugebuchten Ware berechnet.
P_GN := neuer Durchschnittspreis
P_GA := alter Durchschnittspreis
x_a := bisherige Bestandsmenge
P_n := Einstandspreis der neuen Ware
x_n := Einstandsmenge der neuen Ware
P_GN = (P_GA * x_a + P_n * x_n) / (x_a + x_n)
Verhalten bei Lagerentnahmen und Nulldurchgang
Zwischenzeitliche Bestandsabgänge werden mit dem am Stichtag gültigen GLD-Preis bewertet. Dieser Preis stimmt in der Regel nicht mit dem aktuellen Markteinstandspreis überein. Er liegt höher oder niedriger, wenn in der Vergangenheit durchschnittlich zu höheren oder niedrigeren Kosten eingekauft wurde.
Nulldurchgang im Lager
Wenn der Lagerstand zeitlich und datentechnisch 0,00 beträgt, wird der neue Gestehungspreis aus dem Einstandspreis der nächsten Zubuchung gebildet.
Gestehungspreis über mehrere Läger
Der Gestehungspreis eines Artikels wird grundsätzlich bei jeder Lagerzubuchung aktualisiert.
Wird ein Artikel auf das Hauptlager zugebucht, berechnet HELIUM 5 den neuen Gestehungspreis. Gleichzeitig wird der Einstandspreis dieser Zubuchung gespeichert.
Wird derselbe Artikel anschließend vom Hauptlager in ein anderes Lager umgebucht, wird er zum aktuellen Gestehungspreis entnommen. Dieser Preis wird im Ziellager als Einstandspreis verwendet. Dadurch entsteht dort ein neuer Gestehungspreis für den Artikel.
Die Umbuchung bewirkt somit eine Wertewanderung: Der Wert der Ware wandert mit der Menge vom Ausgangslager in das Ziellager. Dort fließt er wieder in die Durchschnittsberechnung ein.
Nicht lagerbewirtschaftete Artikel
Auch nicht lagerbewirtschaftete Artikel können je nach Unternehmensanforderung einen Gestehungspreis benötigen.
Dafür ist der Parameter GESTPREISBERECHNUNG_HAUPTLAGER relevant:
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Ja (=1): Bei lagerbewirtschafteten Artikeln wird nur der Lagerwert des Hauptlagers verwendet. Bei nicht lagerbewirtschafteten Artikeln wird der Gestehungspreis des Lagers
KeinLagerverwendet. -
Nein (=0): Der Gestehungspreis wird für allgemeine Betrachtungen aus dem Durchschnittspreis aller Läger berechnet. Bei nicht lagerbewirtschafteten Artikeln ergibt sich dadurch ein Gestehungspreis von 0.
Hinweis
Das Lager KeinLager steht nur bei nicht lagerbewirtschafteten Artikeln im Modulreiter Lager zur Auswahl. In diesem Fall wird der jeweilige Gestehungspreis ausschließlich aus diesem Lager verwendet.
Rechnungslegung und betriebswirtschaftliche Sicht
Für die Bestandsbewertung in der Bilanz kann der GLD-Preis unter Umständen nicht verwendet werden, wenn der aktuelle Einkaufspreis unter dem GLD-Preis liegt. Grund dafür ist das Niederstwertprinzip.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sollten kalkulatorische GLD-Preise regelmäßig geprüft und bei Bedarf auf- oder abgewertet werden. Da sich buchhalterische und leistungswirtschaftliche Anforderungen unterscheiden können, kann es sinnvoll sein, zwei Sichten auf die Bestandsbewertung zu führen: eine buchhalterische und eine betriebswirtschaftlich-kalkulatorische Sicht.
Anwendungsbereiche
Der gleitende Durchschnittspreis wird unter anderem in folgenden Bereichen verwendet:
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Bewertung von fremdbeschafften Rohmaterialien, Halbfabrikaten und Handelsprodukten
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Bewertung von Wertpapieren im Börsendepot