Diese Seite bündelt besondere Anwendungsfälle im Modul Bestellung, die nicht zum Standardprozess gehören, aber in der Praxis regelmäßig auftreten.
Bestellungen eines Auftrags oder eines Loses anzeigen
Zum Anzeigen aller Bestellungen eines Auftrags oder eines Loses verwenden Sie die Zusatzfilter.
-
Klicken Sie auf das Icon für Zusatzfilter.
-
Wählen Sie als Kriterium Auftrag oder Losnummer.
-
Klicken Sie auf das Plus-Symbol rechts neben dem Kriterium.
-
Ergänzen Sie die gewünschte Auftrags- oder Losnummer.
-
Entfernen Sie bei Bedarf den Haken bei Schnellansicht.
-
Klicken Sie auf das Icon mit den blauen Pfeilen zum Aktualisieren.
Nun werden alle Bestellungen angezeigt, die dem Auftrag oder Los zugeordnet sind.
Umgang mit einer ReelID
Im Elektronikbereich empfiehlt sich die Vereinzelung jeder einzelnen Materialrolle. Dadurch wird jede Verpackungseinheit als eigener identifizierbarer Zugang behandelt.
Für die Nutzung der ReelID muss der Parameter AUTOMATISCHE_CHARGENNUMMER_BEI_WEP auf 3 gesetzt werden.
Bei der Buchung wird die ReelID aus Bestellnummer, Wareneingangsnummer und Bestellpositionsnummer erzeugt. Zusätzlich werden Datecode und Batch1 aus dem VDA-Label gelesen und gemeinsam in der Chargennummer des Wareneingangs abgelegt.
Der Aufbau der ReelID ist derzeit wie folgt:
17/0123456_01_999_01|170825|xyz123
BNR.........._WE_WEP_RN Datecode BatchNo
-
BNR: Bestellnummer
-
WE: Positionsnummer des Wareneingangs
-
WEP: Positionsnummer der Wareneingangsposition
-
RN: Reelnummer bzw. fortlaufende Nummer je Rolle
Die Länge der ReelID ist in manchen Materiallabels auf 17 Stellen begrenzt. In diesem Fall sollte die Belegnummernlänge reduziert werden.
Manuelle Zubuchung mit ReelID
Für die manuelle Wareneingangsbuchung mit ReelID verwenden Sie die Funktion Wareneingang mit ReelID buchen. Geben Sie für jede Verpackungseinheit Menge, Datecode und Batch an. Dadurch wird je Verpackung eine eigene Chargennummer erzeugt.
In der Chargennummer werden zuerst die ReelID, dann Datecode und danach Batchnummer abgelegt. Die Trennung erfolgt jeweils mit dem Zeichen |. Beim Druck von VDA-Materiallabels ist dies entsprechend zu berücksichtigen.
Falls der ReelID-Button nicht sichtbar ist, vergrößern Sie bitte das Fenster des Bestellungsmoduls.
Beistellware
Beistellteile werden aus logistischer Sicht wie normale Zukaufartikel behandelt. Dadurch können vorhandene Funktionen aus Bestellung, Wareneingang und Nachkalkulation weiter genutzt werden.
-
Beistellteile werden als Artikel in die Stückliste aufgenommen.
-
Der Kunde wird zusätzlich als Lieferant in der zentralen Partnerverwaltung angelegt.
-
Über interne Bestellung und Bestellvorschlag wird die Ware zeitgerecht beim Kunden angefordert.
-
Die Teile werden über den Warenzugang ins Lager eingebucht und können geprüft, etikettiert und mit Transportkosten ergänzt werden.
Falls gewünscht, kann die Bestellung direkt dem Kundenauftrag zugeordnet werden. Ist die Bestellung abgeschlossen, kann sie über Manuell erledigen auf Vollständig erledigt gesetzt werden.
Empfohlene Vorgehensweise: Beistellware über das Bestellmodul abwickeln, damit Mahnungen, Wareneingangsbuchungen und Auswertungen vollständig nutzbar bleiben.
Arbeitsganginformation in der Bestellposition drucken
Kommentare oder Beschreibungen aus einem Fremdarbeitsgang können in der Bestellposition angedruckt werden.
Der Zusammenhang ist wie folgt:
-
In der Bestellung wird die Los-Materialposition angegeben.
-
Dadurch entsteht die Verknüpfung zum Arbeitsgang.
-
Im Arbeitsplan des Loses verweist der Fremdarbeitsgang über den Button Material auf die Materialposition.
Über diese Verknüpfung kann der Inhalt des indirekt zugeordneten Arbeitsgangs in der Bestellung ausgegeben werden.
Falschlieferungen und defekte Ware
Für falsch oder defekt gelieferte Ware gibt es zwei empfohlene Vorgehensweisen.
|
Vorgehensweise |
Beschreibung |
✅ Vorteile |
❌ Nachteile |
|---|---|---|---|
|
Pragmatisches Vorgehen |
Ware nicht einbuchen und per Handeingabe-Lieferschein zurücksenden. |
|
|
|
Detailliert dokumentiertes Vorgehen |
Ware auf Falsch- oder Schrottlager buchen, Reklamation erfassen und per Lieferantenlieferschein zurücksenden. |
|
|
Umgang mit Vorsteuer für nicht vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen
Wenn Lieferanten Nettopreise liefern und diese so gepflegt werden sollen, kann die Vorsteuer automatisiert in den Einstandspreis einbezogen werden.
-
Legen Sie unter System, Mandant, MwSt Bezeichnung eine eigene Mehrwertsteuer für die Vorsteuer an.
-
Hinterlegen Sie unter MwSt den von Inlands-Lieferanten verrechneten Satz.
-
Aktivieren Sie den Parameter
VORSTEUER_BEI_EINSTANDPREIS. -
Ordnen Sie den neu angelegten Vorsteuersatz bei den betroffenen Lieferanten zu.
Damit werden Artikel mit einem Einstandspreis inklusive Vorsteuer ins Lager gebucht. Bei Unternehmen, die ohne MwSt fakturieren, wirkt sich dies wie vorgesehen auf die Deckungsbeitragsrechnung der Aufträge aus.
Wenn die Umstellung nur bis zu einem Stichtag gelten soll, kann der Parameter zu diesem Datum wieder deaktiviert und gleichzeitig der Umsatzsteuersatz auf den gesetzlichen Wert gesetzt werden.