Stücklistenpositionen beschreiben die Materialien, Artikel und Zusatzinformationen, die für die Fertigung einer Stückliste benötigt werden. Diese Seite erklärt, wie Positionen angelegt, übernommen, berechnet, gedruckt und für die Fertigung gesteuert werden.
Positionen übernehmen und hinzufügen
Positionen aus anderen Stücklisten einlesen
Beim Einlesen einer Stückliste werden die Positionen der ausgewählten Stückliste in die aktuell bearbeitete Stückliste kopiert.
Wenn Sie Unterstücklisten mit einlesen aktivieren, werden zusätzlich die Positionen der enthaltenen Unterstücklisten übernommen. Die Stücklistenstruktur selbst wird dabei nicht kopiert oder gesichert.
Angebotsstückliste übernehmen
Nach Auftragserteilung können Sie die Positionen einer Angebotsstückliste direkt in eine neue oder bestehende Stückliste übernehmen.
Öffnen Sie dazu die gewünschte Stückliste und importieren Sie die Positionen über das Icon „Agstkl-Positionen einer best. Angebotsstückliste importieren“. Mit Preise neu berechnen können Sie anschließend die Preise aller Positionen aktualisieren.
Alternativ verwenden Sie in den Kopfdaten der Angebotsstückliste die Funktion Angebotsstückliste in Stückliste übertragen.
Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Angebotsstückliste.
Positionen über die Kundenartikelnummer hinzufügen
Artikel können auch über die kundenspezifische Artikelnummer ausgewählt werden, die in den Sonderkonditionen des Kunden hinterlegt ist. Klicken Sie dazu links neben der Artikelauswahl auf das Icon Kunde.
Anschließend wird eine Liste der Artikel des im Los definierten Kunden angezeigt. Ist im Los kein Kunde hinterlegt, werden alle Artikel mit Kundenartikelnummern angezeigt.
Mengen, Einheiten und Dimensionen
Mengeneinheit und Dimension
Grundlagen zu Mengeneinheiten finden Sie im Kapitel Mengeneinheit.
Ist für einen Artikel über die Mengeneinheit eine Dimension definiert, berechnet HELIUM 5 den Materialbedarf aus der Stückzahl beziehungsweise Menge und den angegebenen Abmessungen.
Beispiel: Sie benötigen 3 Bleche mit 800 × 1217 mm. Die Einheit des Blechartikels ist m². Über den Umrechnungsfaktor ergibt sich ein Materialbedarf von 2,92 m².
Damit in der Stückliste eine andere Einheit als im Lagerbestand verwendet werden kann, unterscheidet HELIUM 5 zwischen Ausgangsmengeneinheit und Zielmengeneinheit.
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Ausgangsmengeneinheit: Mengeneinheit, die in der Stücklistenposition definiert ist.
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Zielmengeneinheit: Mengeneinheit des Artikels beziehungsweise der lagergeführten Einheit.
Weicht die Artikeleinheit von der Mengeneinheit der Position ab, muss im Modul System unter Sprache und Einheitenkonvertierung ein Umrechnungsfaktor hinterlegt werden.
Einkaufseinheit, Lagereinheit und Stücklisteneinheit
Ein Artikel kann in unterschiedlichen Einheiten verwendet werden. Beispielsweise wird ein Artikel in kg bestellt, im Lager in m² geführt und von der Konstruktion in mm² angegeben.
Für diese Umrechnungen ist ein Umrechnungsfaktor erforderlich. Ist der Artikel in seiner Lagermengeneinheit definiert, kann die Menge in der Stücklistenposition umgerechnet eingegeben werden. Für den Einkauf wird im Artikel zusätzlich die Umrechnung auf die Bestellmengeneinheit hinterlegt.
Verschnittfaktoren und Verschnittbasis
Wenn bekannter Materialmehrverbrauch durch Verschnitt eingeplant werden soll, kann im Artikel ein Verschnittfaktor hinterlegt werden. Dieser Faktor wird automatisch auf den Bedarf aufgeschlagen.
Beispiel Verschnittfaktor: Sie benötigen 2 m² eines Blechartikels. Für den Blechartikel ist ein Verschnittfaktor von 10 % hinterlegt. Daraus ergibt sich ein Bedarf von 2,2 m².
Zusätzlich kann eine Verschnittbasis angegeben werden. Sie eignet sich besonders für Stangenmaterial.
Beispiel Verschnittbasis: Sie fertigen 100 Rohre mit einer Länge von 1,60 m. Die Rohre werden von 6 m langen Stangen geschnitten.
Ohne Verschnittbasis ergibt die Berechnung 1,6 × 100 / 6 = 26,67, gerundet also 27 Stangen.
Mit einer Verschnittbasis von 6 m wird zuerst berechnet, wie viele Fertigteile aus einer Stange entstehen: 6 / 1,6 = 3,75. Pro Stange können daher 3 Rohre gefertigt werden. Für 100 Rohre werden 100 / 3 = 33,33, gerundet also 34 Stangen benötigt. Der Bestellvorschlag zeigt 34 × 6 m = 204 m an.
Reihenfolge der Mengenberechnung
Bei der Berechnung des Mengenbedarfs für ein Los verwendet HELIUM 5 diese Reihenfolge:
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Mengen und Dimensionen werden auf eine Menge umgerechnet, zum Beispiel 3 Stück à 200 × 150 mm = 90.000 mm².
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Die Ausgangsmengeneinheit der Stücklistenposition wird in die Zielmengeneinheit des Artikels umgerechnet, zum Beispiel 90.000 mm² = 0,090 m².
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Der Verschnittfaktor wird berücksichtigt, zum Beispiel 10 % Verschnitt: 0,090 m² + 0,009 m² = 0,099 m².
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Die Verschnittbasis wird berücksichtigt.
Die berechnete Menge wird als Positionsmenge in das Los übernommen.
Druck und Auswertung von Mengen
Mengen ohne Losgröße
Wenn beim Drucken keine Losgröße berücksichtigt wird, wird der reine Stücklisteninhalt ausgegeben. Dabei werden die Ausgangsmengenarten aus den Stücklistenpositionen verwendet. Zusätzlich werden die Dimensionen je nach Mengenart und die Menge in der Zielmengenart zur Information mitgedruckt.
Mengen mit Losgröße
Wenn beim Drucken eine Losgröße berücksichtigt wird, stehen Lagerstände und Lagerinformationen im Vordergrund. Daher werden die Mengen in der Zielmengenart ausgegeben. Die Dimensionsinformationen sind in diesen Zielmengen bereits berücksichtigt.
In der Gesamtkalkulation und in der Ausgabestückliste werden zusätzlich zur Dimensionsumrechnung auch Verschnittfaktoren berücksichtigt.
Bei der Berechnung der Zielmenge können außerdem Fertigungs-Verpackungseinheiten einfließen. Dadurch können höhere Zielmengen entstehen. Grundlage der Berechnung ist jeweils eine Mengeneinheit beziehungsweise ein Satz des zu fertigenden Produkts.
Fertigungssteuerung und Positionskennzeichen
Montageart
Die Montageart ordnet Material bestimmten Fertigungsschritten zu. Ursprünglich stammt sie aus der Elektronikfertigung, zum Beispiel für Materialvorbereitung, Bestücken, Löten oder Komplettieren.
Auch im Maschinenbau ist die Montageart hilfreich, wenn Bearbeitung und Zusammenbau getrennt geplant oder gedruckt werden sollen. Ausgabestücklisten können dadurch nach Montagearten sortiert werden.
Montagearten sind mandantenabhängig. So können unterschiedliche Schwerpunkte je Mandant abgebildet werden.
Die Standard-Montageart legen Sie in den Grunddaten der Stücklisten fest. Sortieren Sie die Montagearten mit den Pfeilen nach Wichtigkeit. Die oberste Montageart wird als Standard verwendet. Nach einer Änderung der Reihenfolge muss das Stücklistenmodul geschlossen und erneut geöffnet werden, damit die neuen Montagearten und deren Reihenfolge geladen werden.
Initialkosten
Mit dem Haken Initialkosten kennzeichnen Sie Positionen, die nur bei der ersten Fertigung benötigt werden.
Beispiel: Ein Sonderfertigungsunternehmen benötigt für einen neuen Artikel ein angepasstes Werkzeug. Die Kosten und die Beschaffungszeit sollen beim ersten Auftrag einkalkuliert werden. Spätere Aufträge sollen das Werkzeug nicht erneut berücksichtigen.
Setzen Sie dafür bei der Materialposition mit dem Werkzeugartikel den Haken Initialkosten.
Rüstmenge
Mit dem Haken Rüstmenge legen Sie fest, dass die Positionsmenge unabhängig von der Losgröße gleich bleibt. Ohne diesen Haken wird die Position mit der Losgröße multipliziert.
Beispiel: Eine Maschine benötigt zum Anlaufen zusätzliches Material. Nach dem Anlaufen kann die Maschine den gesamten Auftrag fertigen. Dieses Anlaufmaterial wird als Rüstmenge erfasst.
Kommentar
Im Feld Kommentar können Sie Informationen für die Fertigung hinterlegen. Optional kann der Kommentar auf den Fertigungspapieren angezeigt werden.
Beginnterminoffset
Mit dem Beginnterminoffset steuern Sie, ob eine Position früher oder später als zum Losbeginn im Lager verfügbar sein soll. Beim Anlegen eines Loses wird der Reservierungstermin berechnet und anschließend um den Beginnterminoffset verschoben.
Ein negativer Wert reserviert das Material früher. Der Wert -10 löst den Bedarf beispielsweise 10 Tage vor Losbeginn aus.
Sofortige Bestellung
Die sofortige Bestellung ist eine Sonderform des Beginnterminoffsets. Mit dem Parameter FRUEHZEITIGE_BESCHAFFUNG legen Sie fest, dass statt eines Offsets nur die Checkbox Sofortige Bestellung aktiviert werden muss.
Dadurch wird ein Beginnterminoffset von -999 Tagen gesetzt. Die Position wird beim nächsten Bestellvorschlag mit Liefertermin heute bestellt, sofern sie in einem aktuellen Los enthalten ist.
Auf Beleg mitdrucken
In den Stücklistenpositionen steht die Checkbox Auf Beleg mitdrucken zur Verfügung.
Ist die Checkbox aktiviert, werden diese Zeilen auf offiziellen Verkaufsbelegen von Angebot bis Rechnung mitgedruckt. Voraussetzung ist, dass die Positionen im Formular eingebunden sind. Gegebenenfalls müssen die Formulare angepasst werden.