In der Kunststofffertigung wird häufig nicht ein einzelnes Teil kalkuliert, sondern ein kompletter Schuss. Die Schusszahl beschreibt, wie viele Teile pro Spritzvorgang aus dem Werkzeug entstehen. In HELIUM 5 wird diese Logik über den Erfassungsfaktor in der Stückliste abgebildet.
Der Erfassungsfaktor steht für die Anzahl der Teile pro Schuss. Dadurch erfassen Sie Material, Werkzeug und Arbeitszeiten so, wie sie im realen Fertigungsprozess anfallen.
Die Schusszahl wird über den Erfassungsfaktor abgebildet
Wenn ein Werkzeug pro Schuss mehrere Teile erzeugt, tragen Sie diese Anzahl als Erfassungsfaktor ein. Die Stücklistenpositionen werden dadurch pro Schuss erfasst, während HELIUM 5 die Mengen automatisch auf die Losgröße umrechnet.
Diese Vorgehensweise ist besonders sinnvoll, wenn mehrere Teile gleichzeitig gefertigt werden oder das Schussgewicht deutlich vom Gewicht eines einzelnen Fertigteils abweicht.
Das Material wird mit dem Gesamtgewicht pro Schuss erfasst
Erfassen Sie das Rohmaterial so, wie es beim Spritzvorgang tatsächlich verbraucht wird. Maßgeblich ist das Gesamtgewicht pro Schuss. Dazu gehört auch Material, das zunächst als Anguss anfällt.
Wenn Ihre Fertigung intern mit anderen Einheiten arbeitet als der Lagerartikel, nutzen Sie die Mengeneinheit der Stücklistenposition. So bleibt die Eingabe praxisnah und die Umrechnung nachvollziehbar.
Arbeitszeiten werden nach Rüsten und Maschinenlauf getrennt
In der Kunststofffertigung unterscheiden sich Rüstzeit und laufende Maschinenzeit häufig deutlich. Der Arbeitsplan sollte deshalb nicht nur die Dauer enthalten, sondern auch die Art der Leistung korrekt abbilden.
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Rüsten: wird typischerweise mit Mitarbeiterzeit und Maschinenzeit kalkuliert.
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Stückzeit: ist häufig reine Maschinenlaufzeit.
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Nur Maschinenzeit: wird gesetzt, wenn während der eigentlichen Produktion kein Personalanteil kalkuliert werden soll.
Eine saubere Trennung verbessert die Kalkulation, die Nachkalkulation und die Kapazitätsbetrachtung.
Werkzeuge werden als verfügbare Ressourcen geführt
Werkzeuge sind in der Kunststofffertigung oft begrenzende Ressourcen. Wenn ihre Verfügbarkeit für die Losfreigabe relevant ist, sollten sie als lagerbewirtschaftete Werkzeugartikel angelegt und in die Stückliste aufgenommen werden.
Die Stückliste bildet die Werkzeugentnahme und Rückgabe ab
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Legen Sie das Werkzeug als lagerbewirtschafteten Artikel an.
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Fügen Sie eine Stücklistenposition mit 1 Stück als Rüstmenge hinzu. Dadurch kann ein Los nur ausgegeben werden, wenn das Werkzeug verfügbar ist.
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Fügen Sie eine zweite Stücklistenposition mit -1 Stück als Rüstmenge hinzu. Dadurch wird das Werkzeug bei vollständiger Ablieferung wieder ans Lager zurückgebucht.
Diese Abbildung ist besonders sinnvoll, wenn ein Werkzeug immer nur für ein Los gleichzeitig verwendet werden kann.
Verlässt das Werkzeug das Unternehmen, kann dies zusätzlich über Belege nachvollzogen werden, zum Beispiel über einen Lieferschein. Bei Rückgabe wird das Werkzeug wieder eingebucht.
Anguss wird bei Wiederverwendung über negative Mengen berücksichtigt
Wenn Anguss direkt vermahlen und wieder in den Prozess zurückgeführt wird, kann diese Rückführung in der Stückliste über eine negative Menge pro Schuss abgebildet werden.
Zu Beginn des Loses wird der gesamte Materialbedarf aus dem Lager in das Los gebucht. Bei vollständiger Erledigung wird das wiederverwendete Material vom Los zurück ans Lager gebucht.
So bleibt der volle Materialbedarf zu Losbeginn sichtbar, während die systematische Wiederverwendung des Angusses nachvollziehbar berücksichtigt wird.
Die wichtigsten Regeln für die Modellierung
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Der Erfassungsfaktor bildet die Schusslogik ab, nicht nur eine komfortablere Eingabe.
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Das Material wird nach dem realen Prozessverbrauch erfasst, nicht nur nach dem Fertigteilgewicht.
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Werkzeuge werden als lagerbewirtschaftete Artikel geführt, wenn ihre Verfügbarkeit für die Produktion relevant ist.
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Negative Mengen werden nur verwendet, wenn die Rückführung systematisch und reproduzierbar erfolgt.
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Arbeitsplan und Stückliste folgen derselben Fertigungslogik, damit Kalkulation und Produktion zusammenpassen.