Maschinenzeiterfassung
Neben der klassischen Mitarbeiterzeiterfassung finden Sie in HELIUM 5 eine Maschinenzeiterfassung. Mit der Maschinenzeiterfassung können Sie zusätzlich zur Personenzeit die Laufzeit der Maschine erfassen.
Mit der Maschinenzeiterfassung ist die Mehrmaschinenbedienung möglich. Mehrmaschinenbedienung bedeutet, dass ein Mitarbeiter mehrere Maschinen parallel betreut. Wenn Sie zum Beispiel Fräsmaschinen einsetzen, die mit den jeweiligen CNC Programm fast vollständig autonom arbeiten, haben Sie einen Anwendungsfall für Maschinenzeiterfassung und Mehrmaschinenbedienung. Details finden Sie im Abschnitt Mehrmaschinenbedienung.
Die Erfolgsauswertung von Maschinen finden Sie im Kapitel Maschinenerfolg.
Unterschied zwischen Personenzeiterfassung und Maschinenzeiterfassung
Die Erfassung von Maschinenzeiten unterscheidet sich von der Erfassung von Personalzeiten. Personen können nur eine Tätigkeit zur gleichen Zeit ausführen. Maschinen können je Maschine ebenfalls nur einen Arbeitsgang ausführen, aber annähernd gleichzeitig von einer Person bedient werden. In diesem Falle sprechen wir von der Mehrmaschinenbedienung.
Für Personen müssen in der Regel nur Beginnbuchungen durchgeführt werden, das Ende ergibt sich automatisch durch den Beginn einer neuen Tätigkeit. Bei der Maschinenbuchung können die Maschinen parallel laufen und auch von der gleichen Person bedient werden. Damit die erfassten Zeiten sauber getrennt werden können, muss jede Maschinenzeit beendet werden.
Bucht eine Person ein GEHT, so wird damit die Tätigkeit beendet. Am nächsten Tag muss zur Bestätigung der erneute Beginn des Auftrages / der Tätigkeit eingebucht werden. Bei der Maschinenzeit wird anhand der Einstellung automatisches Ende bei Geht, bei der Geht-Buchung des Mitarbeiters für die Maschinen ein Stopp gebucht (wenn dieses angehakt ist) oder die Maschinen läuft auch darüber hinaus weiter, z.B. für eine sogenannte Geisterschicht.
Mehrmaschinenbedienung

Mehrmaschinenbedienung
Einsatz von Zeiterfassungsstiften oder dem BDE-Terminal
Mit der Mehrmaschinenbedienung in Kombination mit den Zeiterfassungsstiften kann der Erfassungsaufwand reduziert werden. Gleichzeitig wird die exakte Erfassung der tatsächlichen Zeiten auf Maschinen und Mitarbeiter gewährleistet.
Unter der Voraussetzung, dass der Stift personifiziert ist, werden in nur einem Scanvorgang Losnummer, Maschinen ID, Tätigkeit, Datum und Uhrzeit erfasst. Die Daten werden zusammen mit der Personalnummer im Zeiterfassungsstift gespeichert und bei Bedarf in die HELIUM 5 Datenbank eingetragen. Um die Daten in einem Scanvorgang unterzubringen, muss der Barcode wie folgt aufgebaut sein:
Losnummer | ID | Tätigkeit |
---|---|---|
24/1234567 | 12 | 1234567 |
24/1234567 | 12 | AZ12345 |
24/1234567 | 12 | $STOP |
Die Länge der Artikelnummer der Tätigkeit ist auf insgesamt sieben Stellen begrenzt. Als LeadIn Sequenz wird $V verwendet.
Der Code wird sowohl vom ZE-Stift als auch von der HTML BDE Station verstanden. Weiters sind Einzelcodes möglich.
Code | Bedeutung |
---|---|
$P | Ausweisnummer |
$L | Losnummer |
$R | Reparaturnummer |
$A | Auftragsnummer |
$M | Maschinen ID (optional) |
$FERTIG | Fertigmeldung einer Tätigkeit |
$T | Tätigkeit |
$STOP | Ende der Maschinenzeit |
$V | kombinierter Buchungscode |
Anstelle der Losnummer können die Sonderformen $KOMMT, $GEHT usw. angeführt werden.
Mitarbeiter aus verschiedenen Schichten können sich einen Stift teilen. Dies können Sie realisieren, indem Sie den Stift als Einpersonenstift parametrieren. Zu Beginn einer Schicht muss der Mitarbeiter seine Ausweisnummer in Langform scannen, um den Stift für die Schichtdauer auf sich anzumelden.
Mitarbeiterzeit und Maschinenzeit gleichsetzen
Gegebenenfalls muss Ihre Maschine immer von einer Person bedient werden. Wenn die Person die Tätigkeit wechselt, muss gleichzeitig die Maschinenzeit beendet werden. Wenn die Person Pause oder Feierabend macht, muss die Maschinenzeit beendet werden.
Diese Funktion ist über die Eigenschaft “manuelle Bedienung” der Maschine gestaltet. Ist der Haken gesetzt, wird parallel zur Personalzeit eine Maschinenzeit geführt.
Es gibt eine Besonderheit. Wechselt ein Mitarbeiter zwischen Maschinen, die als Mehrmaschinenbedienung definiert sind, und Maschinen mit manueller Bedienung hin und her, so wird die Laufzeit der Maschinen der Mehrmaschinenbedienung NICHT unterbrochen.
Manuelle Maschinenzeiterfassung
Wählen Sie im Modul Zeiterfassung den unteren Modulreiter Maschinen. Hier können Sie die Zeitbuchungen der Maschinen erfassen und korrigieren.
Im Gegensatz zur Mitarbeiterzeiterfassung wird hier davon ausgegangen, dass Maschinen eine gewisse Zeit laufen. Jede Maschine hat eine Von-Bis-Zeit, während der sie für ein Fertigungslos für eine bestimmte Tätigkeit gebucht ist. Der Start einer Maschine muss immer von einem Mitarbeiter durchgeführt werden, daher ist für die Von-Buchung auch eine Person anzugeben.
Damit Sie einen einfachen Überblick erhalten, welche Maschine gerade welchen Auftrag bearbeitet, wird in der Auswahlliste der Maschinen die letzte Buchung angezeigt.
Wird ein Maschinenzeiteintrag nachträglich eingefügt, so muss ein Von- und ein Bis-Zeitpunkt eingetragen werden. Die Von-Bis-Zeit-Definition bedingt, dass immer wenn neue Zeiten dazu kommen, automatisch die Bis-Zeit der letzten Buchung eingetragen wird. Zusätzlich kann, z.B. als Erinnerung, warum diese Zeit verändert wurde, eine Bemerkung angegeben werden.
Stückrückmeldung
Gegebenenfalls möchten Sie den Fertigungsmitarbeitern trotz der Möglichkeit der Mehrmaschinenbedienung am Terminal immer nur den zuletzt angestempelten Arbeitsgang anzeigen. Dafür stellen Sie den Parameter EINZELARBEITSGANG_BUCHEN auf 1.
Parallele Bedienung mehrerer Maschinen
Die parallele Maschinenbedienung ermöglicht gleichzeitiges Arbeiten an mehreren gleichen Arbeitsgängen, zum Beispiel wenn mehrere gleiche Maschinen dieselbe Tätigkeit durchführen. Die parallele Bedienung erfolgt über einen Barcode über Lose gemeinsam buchen.
Sie haben zum Beispiel vier gleiche Maschinen. Drei der vier Maschinen arbeiten an einem großen Auftrag. Die vierten Maschine wird für kleine Aufträge freigehalten.
Im Bild zur parallelen Maschinenbedienung sehen Sie, dass ein Mitarbeiter vom Hauptauftrag 10 drei Maschinen gleichzeitig laufen lässt. Er bewegt sich zwischen den drei Maschinen hin und her, bedient alle drei Maschinen für den Auftrag 10 gleichzeitig. Zusätzlich bedient er die Aufträge 20 und 30 für jeweils 2 Stunden.

Parallele Maschinenbedienung
Ablauf
Der Erfassungsablauf für die parallele Maschinenbedienung ist folgender:
Der Mitarbeiter bucht sein Kommt, z.B. 8:00.
Der Mitarbeiter startet alle vier Arbeitsgänge (3x AB 10, AG20 und 1x AB 20, AG10). Die Buchungsreihenfolge ist <Person>, <Maschine>, Parallele Bedinung.
Um 10:00 ist er mit dem Kleinauftrag 20 fertig und stoppt daher die Maschine.
Bei Bedarf rüstet in der Zwischenzeit ein anderer Mitarbeiter den Arbeitsgang für den Auftrag 30, AG50.
Um 11:00 startet er den Auftrag 30, AG50.
Um 14:00 beendet er den Auftrag 30, AG50. Bei der Erfassung des Endes gibt er die gefertigte Stückzahl an. Wir empfehlen, nur die gesamt gefertigten Mengen angegeben und keine Stückrückmeldung des einzelnen Arbeitsganges. Es kann hier durchaus die Gesamtstückzahl für alle drei Maschinen in einer Ablieferbuchung angegeben werden.
Alle anderen Arbeitsgänge beendet er durch seine Geht-Buchung um 17:00
Hinterlegen Sie für alle Maschinen automatisches Stop bei Geht, damit die Arbeitsgänge gemeinsam mit der Geht-Buchung des Mitarbeiters beendet werden.
Um die Barcodes für alle Maschinen zu erzeugen, müssen die Maschinen im Arbeitsplan angegeben sein oder die Maschinencodes vorliegen.
Berechnung der Kosten
Die Kosten für die produzierten Artikel berechnen sich wie folgt:
Die Laufzeit der Maschine 1 auf den ersten Block, plus den zweiten und dritten Block. Wir erhalten 3 x 11 Stunden = 33 Stunden. Der kalkulierte Stundensatz ist 20,- EUR.
Aufgeschlagen wird die automatisch errechnete anteilige Personenzeit. Der Mitarbeiter hat 3 x 11 Stunden und zusätzlich 1 x 2 Stunden und 1 x 3 Stunden an den Maschinen gearbeitet. Also hat er einen Maschinenbestenfaktor von 3,45 erreicht bzw. sind je Maschinenstunde noch 0,29 Stunden aus den Personalkosten hinzuzurechnen.
Mit dieser Art der Buchung hat die Maschinenzeit Vorrang vor der Personenzeit. Zum Bearbeiten von gebuchten Zeiten finden Sie im Modul Zeiterfassung, unterer Reiter Maschinen, die jeweilige Maschine, Zeitdaten und den Haken für Parallelbedienung. Durch den Haken wird signalisiert, dass die Maschine Vorrang in der Betrachtung hat.
Rüsten bei Parallelbedienung
Rüsten und sonstige Tätigkeiten werden wie üblich gebucht. Von der Zeit, die für die Verteilung der Mitarbeiterzeit auf die Maschinen zur Verfügung steht, wird die Zeit die für normale Tätigkeiten aufgewendet wurde abgezogen.
Die anteilige Arbeitszeit eines Mitarbeiters mit paralleler Maschinenbedienung wird immer ausgehend von den "nicht gebuchten" Tätigkeiten auf die parallele Maschinenbedienung verteilt.
Wenn ein Mitarbeiter innerhalb eines Tages zwischen paralleler Bedienung und direkt gebuchten Tätigkeiten wechselt, muss die direkt gebuchte Tätigkeit beendet werden.
Beispiel:
08:00 Kommt des Mitarbeiters
08:00 Rüsten auf Maschine 1
10:00 Ende (Rüsten auf Maschine 1)
10:01 Start parallele Bedienung Maschine 1
10:02 Start parallele Bedienung Maschine 2
14:00 Stop Maschine 1
16:00 Geht mit Autostop der Maschine 2
Daraus folgt:
a.) Der Mitarbeiter war 8 Stunden anwesend.
b.) Er hat 2 Stunden direkt eine Tätigkeit gebucht. Diese Zeit wird von der zu verteilenden Zeit auf die parallele Bedienung abgezogen.
c.) Seine restliche Zeit wird auf die Maschine 1 und auf die Maschine 2 verteilt.
Stückrückmeldung bei Parallelbedienung
Stückrückmeldung bei paralleler Arbeit ist nicht vorgesehen. Sollte dies in Ihrer Anwendung erforderlich sein, empfehlen wir die Verwendung $PLUS zum gleichzeitigen Start mehrerer Arbeitsgänge oder Lose und Lose gemeinsam buchen.