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Begriffserklärung

ERP: Enterprise Resource Planning

Enterprise Resource Planning (ERP) bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, vorhandene Ressourcen wie Kapital, Betriebsmittel und Personal möglichst effizient für betriebliche Abläufe einzuplanen. Der ERP-Prozess wird in Unternehmen heute häufig durch mehr oder weniger komplexe ERP-Systeme unterstützt.

ERP-Systeme sollten möglichst alle Geschäftsprozesse abbilden. Eine durchgängige Integration und die Abkehr von Insellösungen führen zu einem zentralisierten System, in dem Ressourcen unternehmensweit verwaltet werden können.

Typische Funktionsbereiche einer ERP-Software

  • Materialwirtschaft, z. B. Beschaffung und Lager

  • Produktion

  • Finanz- und Rechnungswesen

  • Controlling

  • Vertrieb und Marketing

Die Einführung einer ERP-Software ist bei mittelständischen und größeren Unternehmen ein komplexes Projekt. HELIUM 5 zeichnet sich insbesondere durch die effiziente Abbildung agiler Geschäftsprozesse aus. Mithilfe einer integrierten Prozess-Engine passt sich HELIUM 5 an die Prozesse des Unternehmens an.

Ein ERP-System

  • dient der Abbildung der spezifischen Organisation eines Unternehmens,

  • übersetzt die reale Unternehmenswelt in datentechnische Strukturen, Funktionen und Prozesse,

  • umfasst alle betrieblichen Funktionen: von der klassischen Warenwirtschaft über Fakturierung, Vertriebssteuerung, Finanzbuchhaltung, Beschaffung, Personalwesen, Fertigungssteuerung und Management-Informationssysteme inklusive Controlling bis hin zur Anbindung von Lieferanten und Kunden, z. B. über das Internet,

  • ist das Herz eines Unternehmens: Daten und Wissen über Kundenverhalten sowie Kundenprozesse werden nur einmal erfasst und stehen unternehmensweit für vielfältige Auswertungen zur Verfügung,

  • ermöglicht es, rasch die richtigen Entscheidungen zu treffen, z. B. mithilfe eines Kennzahlensystems,

  • kann durch Customizing an eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen angepasst werden,

  • bietet durch den ganzheitlichen Ansatz erhebliche Vorteile, sowohl in Bezug auf den ROI (Return on Investment) als auch hinsichtlich Durchschlagskraft und Reaktionsschnelligkeit im eigenen Geschäftsumfeld.

Geschäftsprozesse werden durch ein ERP-System nachhaltig beeinflusst. Deshalb muss das ERP-System die Unternehmensziele in hohem Maße unterstützen. In diesem Sinne ist es als strategisches Werkzeug einzustufen.

EAI: Enterprise Application Integration

Enterprise Application Integration (EAI) bezeichnet die Integration unterschiedlicher Unternehmenssoftware, z. B. CMS/Marketing, Zeiterfassung/SAP-HR, Finanzwesen/SAP-FI, Unternehmensportale, Konzernmutter-Systeme, Fremdportale wie eBay oder branchenspezifische Einkaufsportale. Dies ist meist notwendig, da ein ERP-System nie im Vakuum eingeführt wird, sondern mit bestehenden oder zukünftigen Systemen integriert werden muss.

Bei EAI spielen Webservices für die Funktionen sowie XML als Beschreibungssprache für Daten eine zentrale Rolle. Webservices können unter anderem sehr gut mit einer J2EE-Architektur realisiert werden.

Kanban

Das Wort Kanban kommt aus dem Japanischen und bedeutet „Schild“ oder „Karte“. Kanban ist eine Methode der Produktionsablaufsteuerung nach dem Hol-, Zuruf- bzw. Pull-Prinzip und orientiert sich ausschließlich am Bedarf einer verbrauchenden Stelle im Fertigungsablauf.

Autonome Regelkreise auf Workflow-Ebene bilden das Kernelement dieser flexiblen Produktionssteuerung. Kanban ermöglicht eine nachhaltige Reduzierung von Beständen bestimmter Zwischenprodukte sowie die Reduktion und Optimierung von Beständen auf der Endproduktebene. Im günstigsten Fall kann die gesamte Wertschöpfungskette vom Endprodukt bis zur Bearbeitung des Einsatzmaterials auf der ersten Fertigungs- bzw. Produktionsstufe gesteuert werden.

EDIFACT

EDIFACT steht für „Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Transport“. Es ist ein globaler Standard, dessen Entwicklung auf eine Initiative der UNO zurückgeht und der bereits im September 1987 von der International Organization for Standardization als ISO 9735 approbiert und registriert wurde.

Der Begriff EDI umfasst verschiedene Konzepte für die elektronische Abwicklung geschäftlicher Vorgänge zwischen Unternehmen, Branchen und Ländern.

Strukturierte Daten wie Bestellungen oder Rechnungen werden in einheitlichen Formaten ausgetauscht. Dadurch können viele Abläufe beschleunigt und Kosten eingespart werden. Unterschiedliche Branchen setzen dabei unterschiedliche Standards ein, z. B. S.W.I.F.T. bei Banken.

Gestehungspreis und gleitender Durchschnittspreis

Der Gestehungspreis ist der gleitende Lagerdurchschnittspreis, der bei jeder Warenzubuchung gebildet wird. In HELIUM 5 wird der Begriff Gestehungspreis verwendet, der sich von den Gestehungskosten eines Produkts ableitet.

Im Einkauf kann der Gestehungspreis gleichbedeutend mit dem gleitenden Durchschnittspreis verwendet werden. In der Fertigung werden in den Gestehungskosten zusätzlich Arbeits- und Maschinenzeiten berücksichtigt. In der Warenbeschaffung fließen neben dem Einstandspreis auch Transportkosten und weitere Kosten ein.

Der gleitende Durchschnittspreis (kurz: GLD-Preis) wird bei der Bestandsbewertung von Positionen verwendet, die zu unterschiedlichen Preisen eingekauft wurden. Er nutzt die Methode des gleitenden Mittels, um einen Durchschnittspreis zu berechnen. Er entspricht dem mengengewichteten Einstandspreis der einzelnen Beschaffungsvorgänge, also dem durchschnittlichen historischen Einstandspreis.

GLD alt * x alt + p neu * x neu
GLD neu = ---------------------------------
                    x alt + x neu

Dabei gilt:

  • GLD neu: neuer Durchschnittspreis

  • GLD alt: bisheriger Durchschnittspreis

  • x alt: bisherige Bestandsmenge

  • p neu: Einstandspreis der neuen Ware

  • x neu: Einstandsmenge der neuen Ware

Da Bestände unter Umständen aus weit zurückliegenden Beschaffungsvorgängen stammen, wäre eine geschichtete und zum jeweiligen Einkaufspreis bewertete Bestandsführung zur Ermittlung des aktuellen Durchschnittspreises unnötig kompliziert. Zudem löst der gleitende Durchschnittspreis das Problem, wie zwischenzeitliche Bestandsabgänge zu bewerten sind. Hierfür wird der am Stichtag gültige GLD-Preis verwendet.

GLD-Preis und aktueller Markteinstandspreis stimmen in der Regel nicht überein. Der GLD-Preis liegt höher bzw. niedriger als der Marktpreis, wenn in der Vergangenheit im Durchschnitt zu höheren bzw. niedrigeren Kosten eingekauft wurde. Aus Gründen der Rechnungslegung kann der GLD-Preis für die Bestandsbewertung in der Bilanz gegebenenfalls nicht verwendet werden, wenn der aktuelle Einkaufspreis unter dem GLD-Preis liegt (Niederstwertprinzip).

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sollten kalkulatorische GLD-Preise regelmäßig überprüft und bei Bedarf auf- oder abgewertet werden. Da sich buchhalterische und leistungswirtschaftliche Anforderungen zum Teil widersprechen, kann es sinnvoll sein, für buchhalterische sowie betriebswirtschaftlich-kalkulatorische Zwecke zwei unterschiedliche Sichten auf die Bestandsbewertung zu führen.

Typische Anwendungsbereiche

  • Bewertung von fremdbeschafften Rohmaterialien, Halbfabrikaten und Handelsprodukten

  • Bewertung von Wertpapieren im Börsendepot

Beim Nulldurchgang im Lager, also wenn der Lagerstand zeitlich und datentechnisch 0,00 ist, wird der aktuelle Gestehungspreis aus dem Einstandspreis bzw. Zubuchungspreis gebildet.

Beispiel

microtech-helium5-gestehungspreis.png
Beispiel: Gestehungspreis

Gestehungspreisbuchung über mehrere Lager

Grundsätzlich wird der Gesteungspreis eines Artikels bei jeder Lagerzubuchung aktualisiert.

Wird ein Artikel z. B. auf das Hauptlager zugebucht, wird für diesen Artikel der nun gültige Gestehungspreis berechnet. Zugleich wird der Einstandspreis des Artikels bei dieser Lagerzubuchungsbewegung gespeichert.

Wird derselbe Artikel vom Hauptlager in ein anderes Lager umgebucht, wird er zum aktuellen Gestehungspreis entnommen und mit diesem Preis als Einstandspreis dem anderen Lager, z. B. Halle 2, zugebucht. Dadurch ergibt sich in diesem Lager ein neuer Gestehungspreis für den Artikel.

Hierbei handelt es sich um eine Wertewanderung: Der Artikel wird mit Menge und Einstandspreis als Wert dem Lager bzw. dem Wareneingang zugebucht. Daraus ergibt sich nach der Formel „alter Lagerwert plus neu hinzugekommener Wert, geteilt durch den aktuellen Lagerstand“ der neue Gestehungspreis.

Hintergrund dieser Durchschnittsberechnung ist, dass die im Lager befindlichen Artikel nicht mehr einzeln ihrem ursprünglichen Einstandswert zugeordnet werden können. Bei der Lagerentnahme kann daher nur noch der Durchschnittspreis bzw. der entsprechende Wert entnommen werden. Dieser Wert wandert anschließend in das zweite Lager, z. B. Halle 2, und wird dort wieder zugebucht.

Diese Vorgehensweise, insbesondere die Bildung des gleitenden Lagerdurchschnittspreises, wurde bereits von mehreren Wirtschaftstreuhändern geprüft und für richtig befunden.

Retrograde Bestandsbewertung

Die retrograde Berechnung der Gestehungspreise eines Produkts wird in HELIUM 5 nicht angewendet. Stattdessen wird großer Wert auf die Erfassung der tatsächlichen Gestehungskosten gelegt, um sichtbar zu machen, wo die tatsächlichen Kostentreiber und Deckungsbeitragstreiber liegen.